In den Topf geguckt, Nachgedacht
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Ein Partyhit

Tomaten und Mozzarella dürfen auf keiner Party fehlen. Sie bilden einfach eine leckere Kombination, sind schnell und unkompliziert zu kreieren und machen auch optisch was her. Da ich auf meinen Partys aber keinen Käse kredenzen möchte, habe ich mich nun endlich einmal an das Thema „veganer Mozzarella“ getraut.

Dafür habe ich diesmal allerdings ein Buch zur Hand genommen und bin genau nach Rezept vorgegangen. Marie Laforêts Titel „Käse vegan – 25 Spezialitäten aus pflanzlicher Milch selbst gemacht“ aus dem Leopold Stocker Verlag hat mein Herz im Sturm erobert, denn es eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Mittlerweile kann man glücklicherweise pflanzlichen Käse kaufen, der auf dem Brot auch ganz akzeptabel und manchmal sogar richtig lecker schmeckt. Das war vor einigen Jahren noch ganz anders. Trotzdem: Alles, wovon das vegane Herz so träumt, bekommt man (noch) nicht. Zudem macht es natürlich Spaß, Lebensmittel selbst herzustellen. Das wissen wir alle und verarbeiten fleißig Obst zu Marmelade, machen aus Weißkohl Sauerkraut oder aus Früchten Eis.

Nun also das Projekt „selbstgemachter pflanzlicher Käse“. Verrückt? Nein, gar nicht. Schmeckt das überhaupt? Ja, super. Warum überhaupt pflanzlich, wo es doch unzählige Produkte mit Milch gibt, die lecker sind? Kurz gesagt: Ich persönlich mache es, weil ich Tiere nicht ausbeuten und nicht Teil eines Systems sein möchte, welches das Leid der Tiere hinnimmt. Milchkühe werden permanent geschwängert, denn sonst geben sie keine Milch. Kaum wird ihr Kalb geboren, wird es ihnen weggenommen. Kühe rufen tagelang nach ihren Kindern, sie leiden, wie jede Mutter leidet, der ihr Kind weggenommen wird. Das ist die Kurzfassung, zu dem Thema gibt es natürlich viel mehr zu sagen. Stichworte: entzündete Euter; hohe Antibiotikagaben; Milchsubventionen; Kuhhaltung schlecht fürs Klima; lässt die Milchleistung nach, geht’s zum Schlachter; artgerecht ist nur die Freiheit…

Aber auch aus rein gesundheitlichen Gründen macht es Sinn, den Konsum von Milchprodukten einzuschränken. Milch wird heute mit vielen Zivilisationskrankheiten – in vorderster Front Allergien und Migräne –  in Verbindung gebracht. Bei mir selbst war es so: Ich lebe seit Teenagerzeiten vegetarisch. Irgendwann bekam ich Allergien, zunächst gegen Hausstaub, dann gegen Hunde, dann gegen Frühblüher, die ersten Kreuzallergien stellten sich ein, plötzlich gingen keine Haselnüsse mehr und keine Kirschen. Pfirsiche, Nektarinen, Pflaumen? Von all diesen Obstsorten, die ich so liebte, schwoll mein Hals an, fing so schlimm an zu jucken, dass ich am liebsten mit einer Gabel hineingestochen hätte. Das Frühjahr ließ sich nur mit Antihistaminika überstehen. Ich war frustriert.

Dann wurde ich vegan – aus ethischen, nicht aus gesundheitlichen Gründen. Im Frühjahr des folgenden Jahres, etwa fünf Monate nachdem ich angefangen hatte, Milchprodukte wegzulassen, blieb meine Frühblüher-Allergie aus. Die längst besorgten Tabletten blieben in der Schublade. In der Folgezeit probierte ich vorsichtig alle Lebensmittel aus, auf die ich allergisch reagiert hatte und nach und nach konnte ich alles wieder essen. Kirschen haben im vergangenen Jahr noch nicht funktioniert, ich bekam sofort wieder ein Kribbeln im Mund und einen geschwollen Hals. Doch als ich es in diesem Jahr probierte, hat es funktioniert. Erstmals seit Jahren konnte ich wieder unbeschwert die Kirschen von meinem Kirschbaum pflücken und genießen. Zunächst nur zwei oder drei zum Testen. Schließlich war ich täglich im Baum und habe die kleinen roten Früchte in meinem Mund verschwinden lassen. Ich bin übrigens kein Einzelfall. Es gibt immer mehr Menschen, deren Krankheiten durch das Weglassen von Milchprodukten geheilt werden. Eine Freundin von mir besiegte so ihre Neurodermitis. Neulich empfahl der Arzt einer anderen Freundin von mir, bei der kleinen Tochter die Milchprodukte wegzulassen – auch sie leidet an Neurodermitis. Die Liste lässt sich fortsetzen. Es gibt viele Abhandlungen zum Thema, einfach mal googeln. Gerne könnt ihr mich auch nochmal fragen. Ich freue mich über Emails und Kommentare.

Jetzt aber endlich zum Rezept „Pflanzlicher Mozzarella“. Ihr benötigt:
125 g Seidentofu
100 g Sojajoghurt
150 ml Sojadrink
100 ml Reisdrink
2 EL Zitronensaft
2 EL Maisstärke
3/4 TL Agar-Agar
3/4 TL Salz
150 ml neutrales Kokosöl
(die Betonung liegt auf neutral, das erste von mir getestete schmeckte zu sehr nach Kokos)

Alle Zutaten, außer dem Kokosöl, in den Mixbehälter des Standmixers geben und einige Minuten pürieren. Das im Wasserbad geschmolzene Kokosöl zugeben und wieder pürieren, bis eine glatte cremige Masse entsteht. Diese in eine Kasserolle füllen und auf starker Stufe unter ständigem Rühren mit einem Holzkochlöffel 5 Minuten kochen. Die Masse dickt ein und bekommt eine dickcremige Konsistenz. In Dessertringe oder Formen füllen. Um Kugeln zu formen, die Masse in kleine, mit Frischhaltefolie ausgelegte Schüsseln mit rundem Boden füllen, die Folie zur Mitte hin zusammenfassen und z. B. mit einer Wäscheklammer fixieren. 3-4 Stunden kühl stellen. Aus der Form nehmen und wie einen herkömmlichen Mozzarella verwenden.

Hier ist aus den Zutaten schon eine dickliche Masse geworden, die nun nur noch in den Kühlschrank muss.

Statt nun immer Tomate mit Mozzarella zu essen, kann man beide Komponenten auch zu einem bunten Salat vereinen oder den Mozzarella auf die Pizza geben. Schmeckt vorzüglich. Der Käse hält sich im Kühlschrank etwa eine Woche.

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