In den Topf geguckt
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Wie die Vogelbeere in die Marmelade kommt

Sonntag. Einmachtag. Am Samstag Vogelbeeren gepflückt und eingefroren. Am Tag darauf Äpfel und Birnen aus den Baumkronen geholt. Dafür einen vier Meter langen Pflücker gebastelt. Beim Sammeln Hilfe von zwei lieben Männern bekommen. Den Nachmittag in der Küche verbracht und zwei verschiedene Marmeladen kreiert. Der Sonntag könnte schlechter verlaufen, oder? 

Wissenswertes zur Vogelbeere vorweg:
Meine Eltern haben mir als Kind immer erzählt, die orangefarbene Vogelbeere – die Frucht der Eberesche – sei giftig. Quatsch ist das. Sie ist sogar richtig gesund, weil sie viel Vitamin C enthält. Lecker ist sie dennoch nicht. Wer eine Beere roh in den Mund nimmt, wird sie als zumindest herb, vielleicht sogar ziemlich bitter empfinden. Doch gerade dieser Geschmack passt wunderbar zu süß-saurem Obst wie Äpfeln und Birnen. Um Vogelbeeren genießen zu können, soll man sie vor der Zubereitung einfrieren, das nimmt ihnen die Bitterstoffe ein wenig. Übrigens: Die Kerne enthalten einen Stoff, der leicht giftig ist und den Magen reizt. Ganz unrecht hatten meine Eltern also nicht. Und so verwendet man später nur das Fruchtfleisch der Beeren und nicht die Kerne. Reif werden die Früchte ab September.

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Zum Rezept für Vogelbeere-Apfel-Birnenmarmelade:
500 g Vogelbeeren
400 g Äpfel (saure)
400 g Birnen (süße)
1 TL Zimt
1 TL Vanille
500 g Gelierzucker (2:1)

Gesammelt hatte ich fast 500 g Vogelbeeren, übrig blieben nur 150 g Mus.

Nach mindestens einer Nacht im Gefrierfach die Beeren in einen großen Topf geben und 30 Minuten sprudelnd kochen lassen. Danach die weichgekochten Vogelbeeren in ein Sieb geben, dieses über einen Topf hängen und mit einem Löffel die weiche Masse durch das Sieb streichen. Kerne und Schalen bleiben im Sieb hängen. Im Topf hat man nun rund 150 g weiches Vogelbeer-Mus.

Äpfel und Birnen schälen, entkernen, in Stücke schneiden. Etwa 15 Minuten in wenig Wasser köcheln lassen, bis das Obst weich ist. Vogelbeer-Mus, Zimt und Vanille hinzufügen und alles pürieren. Nun den Gelierzucker hinzufügen, verrühren und einige Minuten kochen lassen. Dabei immer weiter rühren. Ein Geliertest auf einem kühlen Teller zeigt, wann die Marmelade fertig ist.

Die Marmelade schmeckt ein wenig herb, weniger süß, als man es meist gewohnt ist, und doch sehr interessant und lecker.

Wie die Marmelade ins Glas kommt und wie man die Gläser sterilisiert, lest ihr hier:

Erdbeer-Rhabarber-Marmelade

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Wer ich bin? Journalistin - Tierfreundin - Naturbegeisterte - Reisende - Sportlerin - Yogi - begeisterte Köchin. Manchmal auch zweifelnd - traurig - wütend - angesichts des Zustands dieser Welt.

2 Kommentare

  1. ChrisTel sagt

    Habe das noch nie ausprobiert,könnte mir aber vorstellen ,dass es etwas herb schmeckt.Nächstes Jahr werde ich es nach kochen,jetzt habe ich den Keller gut gefüllt für den Winter.

    Gefällt mir

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