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Marichen – Von der Pech- zur Goldmari(e)

Geschafft! Nachdem Anfang Juni der 5. vegane Laden in Münster eröffnet hat, waren wir nun endlich da. Und können sagen: Das Marichen ist ein weiterer Gewinn für unsere Stadt: Das Essen ist kreativ zubereitet, hübsch angerichtet und richtig lecker! Der Laden lockt überdies mit seiner roten Außenfassade direkt zum Eintreten und ist dank der bunt bemalten Tische witzig eingerichtet. Und schließlich: Geschäftsführer und Personal sind nett, zuvorkommend und fröhlich. Liebes Marichen, wir kommen wieder!

Marichen? Verbirgt sich da nicht ein Rechtschreibfehler – so ohne das „e“? Nein, das ist Absicht. Und kam so: Die Räumlichkeiten liegen in der Marievengasse. Die jeder Münsteraner, den ich kenne, so ausspricht: Marie-Ven-Gasse. Ist aber ein Irrtum. Es heißt Mari-Even-Gasse. Und so wurde das Restaurant zum Marichen. Dass die beiden Geschäftsführer diesen Namen auswählten ist so abwegig nicht. Denn einer von beiden, Johannes, hat bereits einen Laden in Münster: Tante August in der – wen wundert’s – Augustastraße. Dort ist es übrigens ebenfalls sehr nett, und auch Veganer werden auf der nicht veganen Speisekarte durchaus fündig.

Michael, Geschäftsführer Nummer zwei, lernte ich im Oktober 2014 kennen. Im Rahmen der veganen Woche war er bei einem Treffen zwischen Veganern und einigen Restaurantbesitzern Münsters dabei und erzählte von seinen Plänen, ein veganes Restaurant in der Innenstadt zu eröffnen. Schon damals waren wir ganz begeistert, gab es doch zu dem Zeitpunkt lediglich die Krawummel (Beitrag hier :gruenetomaten.com/2015/03/19/ein-wilder-krawummel-bummel/). Nun hat Michael mir von den vergangenen Monaten erzählt – schließlich liegen zwischen unserem Treffen im Oktober und der Eröffnung des Marichens acht Monate… Er erzählt, wie sich die Bauarbeiten verzögerten. Wie sie ursprünglich im Februar/März eröffnen wollten. Wie sie feststellten, dass der ganze Fußboden nochmals ausgetauscht werden musste. „Irgendwann hatten wir schon fast keine Lust mehr“, sagt er. Doch die vielen Mühen haben sich gelohnt: Nun ist das Marichen eröffnet, die Ärgernisse der vergangenen Monate sind (fast) vergessen. Fast – denn noch immer fehlt der Marichen-Schriftzug an der Außenfassade. Aber auch der wird noch kommen.

Jetzt aber mal zu unserem Essen: Als Gruß aus der Küche bekommen wir eine Rote-Bete-Möhren-Kokossuppe mit leicht frittierten Glasnudeln, die spinnennetzartig auf dem Gefäß liegen (o.l.). Sehr hübsch anzuschauen und genauso lecker. Ganz toll! Unsere Gerichte klingen dann so: Seitanschnitzel mit Salat und Schwenkkartoffeln (12,90 €) + extra Pilzrahmsoße mit Steinpilzen und Champignons (+ 2 €/u.l.), Maultasche mit Spinafüllung und Tomatenrahm (11,90 €/u.r.) sowie Quiche mit Sauerkraut, Tofu, Salatbeilage (10,50 €). Mein Sohn liebt Seitanschnitzel, braucht den deftigen, festen Geschmack, der ihn an Fleisch erinnert und freut sich einfach, dass er dafür kein Tier essen muss. Die Pilzrahmsoße ist superlecker, ebenso wie die Preiselbeersoße, die dekorativ auf den Teller gekleckst ist. Hinzu kommt ein frischer grüner Salat mit Rucola und Möhren. Meine Maultasche versteckt sich unter einem bunten Türmchen-Gemüse-Mix – darin befinden sich Paprika, Tomaten, getrocknete Tomaten und Lauch. Ich schwelge 🙂 Michael, der die Quiche gewählt hat, ist ebenfalls begeistert.lecker

Wir sitzen am Tante-August-Tisch (o.r.), auf den Kaffee, Kuchen, Cappuccino und eine Flasche Bier in weiß-rot-schwarzen Farben gepinselt sind. Johannes erzählt, wie es zu den ganz unterschiedlich bemalten Tischen kam. Irgendwann hat er in seinem Laden Tante August einen Mitarbeiter, der Kunst studiert, gefragt, ob er und vielleicht einige Kommilitonen Lust hätten, den Tischen ein individuelles Aussehen zu geben. Daraus entstand beinahe ein Kettenreaktion. Viele hatten Lust und daraus wurde ein buntes und witziges Sammelsurium unterschiedlichster Tische. Neben dem Tante-August-Tisch gibt es einen in Weiß gehaltenen mit einem Mann, einem Vogel, einem Schiff und einem Strauß Rosen drauf. Es gibt einen mit dem Motiv des Märchens Sterntaler. Und natürlich gibt es das Motiv Goldmari(e) und Pechmari(e) aus dem Märchen Frau Holle. Schaut  euch die vielen verschiedenen Tische selbst an! Johannes und Michael jedenfalls finden: Tischdecken werden völlig überbewertet.

Auf der Speisekarte werden immer vier bis fünf Hauptgerichte zu finden sein und zudem zwei Vorspeisen (beispielsweise Suppen) und zwei bis drei Desserts. „Wir werden öfter ein Gericht auslaufen lassen und durch ein neues ersetzen“, verspricht Michael. So ist immer Raum für Überraschungen. Mittags gibt es zum Essen noch eine Fritz Limo gratis dazu. Am Nachmittag dürfen die Besucher sich auf so leckere Dinge wie Donauwellen, Erdbeer-Mascarponetorte, Apfelkuchen mit Streuseln oder Puddingschnecken freuen.

Marichen
http://www.facebook.com/marichenmuenster
Marievengasse 9
Tel.: 02 51/20 89 47 99
Öffnungszeiten Mo-Sa 11-24 Uhr
Küchenzeiten 12-14.30 und 18-21.30 Uhr, dazwischen gibt es roestbar-Kaffee und leckeren Kuchen

4 Kommentare

  1. Danke für diesen Bericht! Ich habe schon die letzten Wochen auf die Eröffnung hingefiebert, doch dann kam mir das Münsterbaby dazwischen 😉 Jetzt werden wir sicherlich in den nächsten Tagen mal hin, denn das klingt alles sehr gut!

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