In Erfahrung gebracht
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Kräuterwanderung im Münsterland, Teil 2

Endlich geht es los! Wir schließen die Pforte zu Jürgens Garten und wollen hinein in den Wald. Soweit kommen wir indes nicht, denn einer der Teilnehmer entdeckt Knoblauchsrauke DSC_0528am Wegesrand auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Also beugen wir uns alle interessiert über das Pflänzchen und lassen uns von ihm erzählen. Beim Zerreiben der Blätter entsteht ein Knoblauchgeruch – daher auch der Name. Aber auch die Blätter schmecken knoblauchartig. Daher wird die Rauke später auf jeden Fall in meinem ersten Wildkräutersalat Verwendung finden. Sie schmeckt wohl auch besonders gut als Pesto. Die Knoblauchsrauke gedeiht hervorragend in Gebüschen und Hecken sowie an Mauern und Wegrainen, in Gärten und auf Schuttplätzen. Sie befindet sich häufig in der Gesellschaft von Brennnesseln – diese schmerzhafte Erfahrung habe ich heute Morgen gemacht, als ich sie an einem kleinen Bach entdeckte und mal eben schnell in Shorts sammeln ging. :-/

Nachdem wir also die Knoblauchsrauke mit ihren hübschen weißen Blüten ausgiebig bewundert haben, geht es weiter. Doch nicht allzu weit. Denn Jürgen entdeckt an jeder Ecke DSC_0535Pflanzen, Kräuter und Bäume, zu denen er Geschichten erzählen kann. Aus den getrockneten Blättern des Kletten-Labkrauts macht er sich bei Husten einen Tee. Das frische Kraut eignet sich wohl auch als Gemüse. Es wird dann genauso gedünstet wie Spinat. Junge Brombeer- und Erdbeerblätter schmecken auch toll, wenn man sie getrocknet mit heißem Wasser übergießt, sagt Jürgen beim Anblick eines Brombeerstrauches. Dann DSC_0537entdeckt er den Wiesenkerbel, der nur eigentlich lecker ist. Da er nämlich zwei giftige Verwandte hat – die Hundspetersilie und den Schierling – lassen wir lieber die Finger davon. Wir entdecken nun selbst einige der Kräuter, die Jürgen uns schon in seinem Garten gezeigt hat. Der Gundermann wächst hier. Natürlich Löwenzahn und Brennnesseln. Spitz- und Breit-Wegerich. Und auch die Knoblauchsrauke taucht immer wieder auf.

DSC_0554Wir wandern durch den Wald, kommen an kleinen Häuschen vorbei, die man mieten kann, wenn man sich mal für ein Wochenende aus der Zivilisation zurückziehen möchte. Irgendwann stehen wir an der Ems. Die Sonne scheint auf uns herab, wir lassen uns DSC_0543erstmal nieder, genießen diesen schönen Moment. Einige sammeln Giersch, der hier in rauhen Mengen wächst und wohl noch nicht von Hunden gedüngt wurde.

 

 

DSC_0559Als wir weiterwandern, entdeckt Jürgen die Eberesche, deren Frucht die Vogelbeere ist. Und die ist – anders als man landläufig glaubt – nicht giftig. Jürgen macht sie sogar immer in seine Marmelade. „Wenn ich fünf Kilo Früchte habe, dann sind 200 Gramm davon Vogelbeeren“, sagt er. Seine liebste Marmelade besteht aus Holunder- und Brombeeren sowie Schlehen. Die Schlehen werden erst viel später reif – daher landen sie in der Tiefkühltruhe und werden im Jahr darauf mit den Holunder- und Brombeeren verarbeitet.

DSC_0562Wir entdecken Baldrian, der „wie Katzenpisse“ riecht und von dem man nur die Wurzeln für Tee verarbeitet. Wir sehen den Wiesenbärenklau (nicht zu verwechseln mit dem Riesenbärenklau!), dessen junge Blätter als Gemüse verzehrt werden können. Wir sammeln Dosen ein, die irgendwelche Menschen am 1. Mai hier vergessen haben. Mittlerweile sind wir an den toten Emsarmen angekommen, wo die Natur ziemlich in Ordnung ist und der Fluss nicht begradigt wurde.

Hier in den Emsauen wächst das DSC_0570Wiesenschaumkraut, das man übrigens auch essen kann. Die Blüte bringt ein sehr würziges, kresseartiges Aroma in den Wildkräutersalat. Wir naschen die Blüten nun schon so auf der Wiese. Ebenso wie Gänseblümchen und die gelben Löwenzahnblüten. Fast fünf Stunden sind wir unterwegs, und nicht jeder von uns hat an Stullen oder Nüsse als Wegzehrung gedacht. Na, für einen kleinen Snack reichen die Feutwiesen an der Ems allemal. 😉

Teil 1 der Kräuterwanderung verpasst? Dann schau hier nach:

https://gruenetomaten.com/2015/05/03/krauterwanderung-im-munsterland/

2 Kommentare

  1. ChrisTel sagt

    Hallo, Astrid! Eine kräuterwanderung bringt vieles zum Vorschein! Werde so etwas demnächst ausprobieren. Ich freue mich schon darauf.

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