Jahr: 2014

Brote und Brötchen von Essmann

Bis vor kurzem dachte ich ja, dass die Produkte beim Bäcker eigentlich größtenteils vegan sein müssten, es sei denn, es geht um Milchbrötchen oder Joghurtbrote. So einfach ist es leider nicht. Die Bäcker verstehen es durchaus, tierische Bestandteile in ihre Produkte zu mischen – und zwar, ohne dass man es weiß. Und dabei geht es längst nicht nur um Milch und Eier. Beispiel L-Cystein. Diese Aminosäure kommt vorwiegend bei industriell arbeitenden Großbäckereien zum Einsatz, damit der Teig nicht so leicht verklebt. Hergestellt wird sie allerdings – wenig appetitlich – aus Schweineborsten oder Federn. Um ganz sicher zu gehen, keine Schweineborsten und Federn in seinem Brot zu haben, muss man schon beim Bio-Bäcker kaufen – da ist so ein Inhaltsstoff nämlich tabu. In Münster sehr empfehlenswert: Die Produkte von Cibaria und vom Steinofenbäcker. Ich habe mir vorgenommen, die anderen Bäcker, die in Münster und Umgebung Filialen haben, anzuschreiben und sie zu fragen, welche ihrer Produkte ohne tierische Inhaltsstoffe auskommen. Als erstes habe ich mich mit folgendem Text an Essmanns Backstube aus Altenberge gewandt:

Anständig leben

„Einen Monat lang vegan leben. Ausgerechnet ich, die ich seit jeher jedem Vegetarier mein Beileid ausgesprochen habe und die wenig auf der Welt so glücklich macht wie ein  fingerdickes, blutiges Rindersteak…?“ Sarah Schill hat ein Buch geschrieben: „Anständig leben“ heißt es. Es ist ein Selbstversuch, in dem sie beschreibt, wie es ihr ergeht, nachdem sie beschließt, ihr Leben auf den Kopf zu stellen und von nun an vegan zu leben. Zunächst für einen Monat. Sie ist „Wegwerfmentalität und bodenlosen Massenkonsum in  unserer Gesellschaft“ leid. Leicht fällt ihr der Schritt dennoch nicht. Sie sitzt im Zug und hat tierischen Hunger. Sie sitzt im Restaurant und schielt neidisch auf den Teller des  fleischessenden Nachbarn. Doch sie gibt alles: Kauft sich verschiedenste Kochbücher, um festzustellen, dass vegan durchaus lecker sein kann. Sie besorgt sich  Selbsterfahrungsbücher anderer Autoren, die diesen Schritt bereits vor ihr gegangen sind. Besonders gefällt ihr „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer. Er sagt: Natürlich habe ich  Lust auf den Burger, aber ich denke nach – und bestelle etwas anderes.“ Ganz genauso  ergeht es Sarah Schill. …

Vegan für (mindestens) vier Wochen

In „Vegan für Einsteiger“ veranschaulicht Ruediger Dahlke, wie man in vier Wochen zu  einem gesunden und nachhaltigen Leben kommt. Dabei holt er die Leser da ab, wo sie  stehen – nämlich am Anfang. Das Buch ist für diejenigen geeignet, die merken: So will ich nicht weitermachen. Die sich aber noch nie mit einer rein pflanzlichen Ernährung  beschäftigt haben. Die nicht wissen, was da nun auf sie zukommt. Ruediger Dahlke klärt  die Leser optimal über alles Wissenswerte auf. Er widmet sich der Angst einer  Mangelernährung durch rein pflanzliche Kost, schreibt über die Versorgung mit Vitamin B12 und Eisen sowie hochwertigem pflanzlichen Protein. Dahlke erläutert die Risiken einer fleisch- und milchproduktelastigen Ernährung und erläutert, warum die vegane Lebensweise gesund für Herz und Seele ist, warum sie vor verschiedensten Krebsarten schützen kann.

Wie kommt die Kuh in die Chipstüte?

Was macht die Kuh in der Chipstüte? Und was macht das Schwein im Saft? Jawohl, Kuh und Schwein stecken sogar in den Lebensmitteln, die eigentlich von Natur aus vegan sein  müssten. Mal ehrlich, was hat das Schwein denn im Saft verloren? Diese Frage stellt ganz zurecht die Organisation „Foodwatch“. Sie schreibt auf ihrer Homepage: „Viele Verbraucher wollen in Bezug auf Lebensmittel tierischen Ursprungs bewusste  Kaufentscheidungen treffen. Vegetarier oder Veganer möchten auf tierische Bestandteile bzw. auf alle tierischen Lebensmittel verzichten, Muslime etwa lehnen Produkte vom  Schwein ab – und viele andere Verbraucher möchten nur Tierprodukte aus bestimmten Haltungsformen unterstützen. Doch die Wahlfreiheit ist eingeschränkt: Eine Vielzahl verarbeiteter Lebensmitteln enthält tierische Bestandteile, obwohl dies nicht oder nur unzureichend deklariert ist.“

Nachgefragt

Münsteraner, bekannte und unbekannte, werden hier zukünftig gefragt: 1. Was bedeuten Ihnen Tiere? 2. Wie ist Ihr Verhältnis zu Tieren? 3. Unterscheiden Sie zwischen Hund, Katze, Maus, Kuh, Schwein und Huhn? 4. Wie ernähren Sie sich? 5. Wie viel Tier landet wöchentlich auf Ihrem Teller? Ganz ehrlich, bitte! Auf die Antworten bin ich sehr gespannt!